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ÖFFENTLICHES STIFTSGYMNASIUM
DER BENEDIKTINER IN ST. PAUL
Gymnasiumweg 5,
9470 St. Paul, Kärnten - Austria
Tel.: 04357 - 2304 Fax: 04357 - 3843
Mail: stiftgym-stpaul@bildung-ktn.gv.at
   

Die Schülerinnen und Schüler der Wahlpflichtfachgruppe Physik besuchten mit dem Fahrrad das Stiftskraftwerk an der Lavant.

Dieses Wasserkraftwerk nahm 1907 den Betrieb auf und versorgte schon damals vom Herzogberg bis hinaus ins Granitztal Firmen, Privathaushalte und natürlich das Stift mit all seinen Einrichtungen mit Strom. Technisch war man damals seiner Zeit weit voraus, das zeigt auch, dass erst im Jahr 1947 mit dem Gesetz der Verstaatlichung der Elektrizitätswirtschaft die privaten Haushalte, Landwirtschaften, Gewerbe und Industrie verpflichtend mit Elektrizität zu versorgen waren. Schließlich wurden im März 1948 die Elektrizitätswerke im Bezirk mit der Kelag fusioniert. Dies hatte zur Folge, dass die Freileitungen von der Kelag übernommen wurden und das Stiftskraftwerk als Kleinkraftwerk nur noch das Stift und seine Tätigkeitsfelder versorgte und die überschüssige Energie in das Netz einspeiste.

Aktuell liefert das Kraftwerk in einem Jahr etwa 1,6 MWh an Energie. Damit wird der Energieverbrauch des Stifts gedeckt, der pro Jahr 0,9 MWh beträgt. Im Sommer wird wesentlich mehr Strom erzeugt als im Winter, da der Wasserstand der Lavant auch dementsprechend höher ist. Natürlich benötigen das Stift und die Schule im Winter mehr Strom. Hier wird die Kopplung mit der Kelag wirksam. Durch diese kann im Sommer Strom ins Netz eingespeist und im Winter bezogen werden.

Sehr interessant war es in diesem Kraftwerk auf einem kleinen Raum zu sehen, wie der Strom von der Lavant bis in die Steckdose kommt. Angefangen bei der Wehr an der Lavant, hin zum Rechen vor dem Kraftwerk, vier Meter hinunter zur Francis Turbine, welche den Drehstromgenerator antreibt, hinaus in drei dicken Außenleitern zum Trafo, über die Erdleitung zur Schule und in der Schule wieder via Transformator in die Steckdose.

Das Kraftwerk benötigt auch eine große Pflege und Wartung, damit es stets tadellos laufen kann. Darum ist unser Stiftselektriker, Herr Fischer, sehr bemüht. Vom Schmieren der Lager bis hin zum Rechenausputzen reichen seine Pflichten zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Mit einem Danke dafür und dem Einblick in das Geschehen der Stromproduktion verabschiedete sich die Wahlpflichtfachgruppe Physik wieder mit einem geschärften Bewusstsein, dass es wohl nicht selbstverständlich ist, dass aus jeder Steckdose einfach Strom kommt.

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WEITERE BILDER

Text: Prof. Mag. Christian Taudes
Bilder: Julia Praprotnik, 7c

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