Schulordnung

Das Schulunterrichtsgesetz (§ 44) bestimmt:
Zu § 44: 1 Geschlechtsbezogene Bezeichnungen gelten in der Folge auch in der weiblichen Form.

Der Bundesminister für Unterricht und Kunst hat durch Verordnung die näheren Vorschriften über das Verhalten der Schüler1 in der Schule, bei Schulveranstaltungen (§ 13) und bei schulbezogenen Veranstaltungen (§13a), über Maßnahmen zur Sicherheit der Schüler in der Schule, bei Schulveranstaltungen und bei schulbezogenen Veranstaltungen sowie zur Ermöglichung eines ordnungsgemäßen Schulbetriebes aufgrund dieses Abschnittes und unter Bedachtnahme auf das Alter der Schüler, die Schulart sowie die der Schule obliegenden Aufgaben zu erlassen. Das Schulforum (§63a) bzw. der Schulgemeinschaftsausschuss (§64) kann darüber hinaus, soweit es die besonderen Verhältnisse erfordern, eine Hausordnung erlassen; sie ist der Schulbehörde erster Instanz zur Kenntnis zu bringen und durch Anschlag in der Schule kundzumachen. Die Hausordnung einer Privatschule darf deren besonderen Zielsetzung nicht beeinträchtigen.

er Vertrag über die Aufnahme in die Privatschule (§ 5 Abs. 6) kann über das Verhalten der Schüler in der Schule und bei Schulveranstaltungen, über Maßnahmen zur Sicherheit der Schüler in der Schule und bei Schulveranstaltungen sowie zur Ermöglichung eines ordnungsgemäßen Schulbetriebes Vorschriften enthalten, die von der gemäß Abs. 1 zu erlassenden Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst abweichen oder sie ergänzen. Solche Ergänzungen oder Abweichungen sind der Schulbehörde erster Instanz zur Kenntnis zu bringen.

Der Schulgemeinschaftsausschuss hat im Einvernehmen mit dem Schulerhalter folgende Schulordnung erstellt und beschlossen:

1. Die Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst vom 24. Juni 1974, BGBL. Nr. 373, betreffend die Schulordnung wird in der jeweils gültigen Fassung übernommen. Der Inhalt dieser Verordnung wird durch folgende Punkte ergänzt bzw. erläutert.

1.1 Die Schüler haben durch ihr Verhalten und ihre Mitarbeit im Unterricht, in der Schule bei Veranstaltungen und bei schulbezogenen Veranstaltungen die Unterrichtsarbeit zu fördern.

1.2 Die Schüler haben sich in der Gemeinschaft der Klasse und der Schule hilfsbereit, verständnisvoll und höflich zu verhalten. Dasselbe gilt natürlich auch für den Schulweg, doch übernimmt die Schule in diesem Fall keinerlei Verantwortung oder Haftung.

2.1 Die Schüler haben sich vor Beginn sowohl des Unterrichtes als auch der Schulveranstaltungen sowie schulbezogener Veranstaltungen, die für sie verpflichtend sind, am Unterrichtsort bzw. am für die Schulveranstaltungen festgelegten Treffpunkt einzufinden. Die Beaufsichtigung der Schüler beginnt fünfzehn Minuten vor Beginn des Unterrichtes bzw. der Schulveranstaltung.

2.2 Der Schüler hat am Unterricht in den für ihn vorgeschriebenen Pflichtgegenständen, Wahlpflichtgegenständen, in den gewählten alternativen Pflichtgegenständen sowie in den Freigegenständen und unverbindlichen Übungen, für die er angemeldet ist, regelmäßig teilzunehmen und sich an den verpflichtend vorgeschriebenen Schulveranstaltungen sowie schulbezogenen Veranstaltungen zu beteiligen.

2.3 Die Bestimmungen des Punktes 2.2 gelten für alle Schüler der Anstalt.

2.4 Während des Vormittags- bzw. Nachmittagsunterrichtes (einschließlich der Pauschen) darf der Schüler das Schulgebäude oder einen anderen Unterrichtsort nur mit Genehmigung des aufsichtsführenden Lehrers oder des Schulleiters verlassen. Dies gilt sinngemäß für Schulveranstaltungen sowie schulbezogene Veranstaltungen.

2.5 Nach Beendigung des Unterrichtes hat der Schüler die Schulliegenschaft entweder unverzüglich zu verlassen oder sich in den vorgesehenen Aufenthaltsräumen (LS 11) aufzuhalten.

2.6 Fahrschüler, die früher als fünfzehn Minuten vor Unterrichtsbeginn in der Schule eintreffen, haben sich ohne Ausnahme in den zugewiesenen Aufenthaltsräumen aufzuhalten. Eine Beaufsichtigung durch Erwachsene erfolgt jedoch nicht. Ebenso dürfen sich Schüler, die über Mittag am Schulort bleiben, nur in den Aufenthaltsräumen aufhalten oder haben das Schulgebäude zu verlassen. Eine Beaufsichtigung durch Lehrpersonen ist nur fünfzehn Minuten vor Unterrichtsbeginn am Vormittag und während der großen Pausen am Vormittag gegeben.

3.1 Bei verspätetem Eintreffen zum Unterricht, zu einer Schulveranstaltung sowie einer schulbezogenen Veranstaltung hat der Schüler dem Klassenlehrer den Grund seiner Verspätung anzugeben.

3.2 Bei Fernbleiben vom Unterricht haben die Erziehungsberechtigten den Klassenvorstand oder den Schulleiter von jeder Verhinderung innerhalb von drei Tagen unter Angabe des Grundes schriftlich oder mündlich (telefonisch) zu benachrichtigen. Bei längerer Krankheit ist ein ärztliches Zeugnis vorzulegen. Für einzelne Stunden bis zu einem Tag kann der Klassenvorstand, darüber hinaus der Direktor, die Erlaubnis zum Fernbleiben erteilen. Wenn ein Schüler länger als eine Woche dem Unterricht fernbleibt, ohne das Fernbleiben zu rechtfertigen, und auch auf eine schriftliche Aufforderung hin nicht reagiert, wird er aus der Schülerliste automatisch gestrichen. Eigenberechtigte Schüler können die Rechtfertigung persönlich einbringen und unterfertigen, sofern die Erziehungsberechtigten davon Kenntnis genommen haben.

3.3 Das verspätete Eintreffen des Schülers zum Unterricht, zu einer Schulveranstaltung und zu einer schulbezogenen Veranstaltung, das vorzeitige Verlassen sowie das Fernbleiben von der Schule sind im Klassenbuch zu vermerken. Beim Fernbleiben von der Schule ist auch der Rechtfertigungsgrund anzuführen. Die Entschuldigung hat in jedem Falle in schriftlicher Form zu geschehen.

4.1 Die Schüler haben am Unterricht, an den Schulveranstaltungen sowie an den schulbezogenen Veranstaltungen in einer den jeweiligen Erfordernissen entsprechenden Kleidung teilzunehmen. Dies gilt insbesondere für Wandertage, Schikurse, Schulfeiern, Besuch von Gottesdiensten u.a.m.

4.2 Die Schüler haben die notwendigen Unterrichtsmittel mitzubringen und in einem dem Unterrichtszweck entsprechenden Zustand zu erhalten.

4.3 Die Schüler haben sämtliche Einrichtungen und Anlagen der Schule einschließlich der zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel schonend zu behandeln. Für fahrlässige und mutwillige Schäden am Eigentum der Schule, am Eigentum von Lehrern, Mitschülern oder von Personen, die im Schulbetrieb Funktionen inne haben, haften der Täter bzw. dessen Erziehungsberechtigter im vollen Umfang.

4.4 Die Schüler dürfen nur mit Hausschuhen die Lehrsäle betreten. Turnschuhe sind keine Hausschuhe!

4.5 Gegenstände, die die Sicherheit gefährden oder den Schulbetrieb stören, dürfen vom Schüler nicht mitgebracht werden. Schnurlose elektronische Kommunikationsgeräte (Handy, etc.) müssen während der Schulzeit abgeschaltet werden. Kameras, Handys oder ähnliche Geräte mit Bild-, Ton- und Filmfunktion dürfen nicht verwendet werden. Derartige Gegenstände sind dem Lehrer auf Verlangen zu übergeben. Abgenommene Gegenstände sind nach Beendigung des Unterrichtes bzw. der Schulveranstaltung oder der schulbezogenen Veranstaltung dem Schüler zurückzugeben, sofern es sich nicht um sicherheitsgefährdende Gegenstände handelt. Sicherheitsgefährdende Gegenstände dürfen nur dem Erziehungsberechtigten, sofern der Schüler eigenberechtigt ist, diesem ausgefolgt werden, wenn deren Besitz nicht sonstigen Rechtsvorschriften widerspricht.

5. Die Schüler sind vor dem Gebrauch von Maschinen und Geräten, die eine Gefährdung verursachen können, auf die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen aufmerksam zu machen. Verletzt ein Schüler die Sicherheitsvorschriften, ist er zu ermahnen und ihm der Ausschluss von der weiteren Teilnahme an diesem Unterricht am betreffenden Tage anzudrohen. Bei weiterem Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften ist er von der weiteren Teilnahme an diesem Unterricht am betreffenden Tage auszuschließen. Der dadurch versäumte Unterricht ist wie ein Unterricht zu behandeln, dem der Schüler unentschuldigt fernbleibt.

6.1 Der Schüler, sowie Lehrer und sonstige Bedienstete der Schule sind verpflichtet, besondere Ereignisse, die die Sicherheit gefährden, unverzüglich dem Schulleiter zu melden.

6.2 In der Schule sind jene Maßnahmen festzulegen, die erforderlich sind, um im Katastrophenfall eine Gefährdung der Schüler möglichst zu verhindern. Entsprechende Übungen für den Ernstfall sind jährlich mindestens einmal durchzuführen.

7. Die Erziehungsberechtigten haben den Schulleiter im Falle einer Erkrankung des Schülers oder eines Hausangehörigen des Schülers an einer anzeigepflichtigen Krankheit unverzüglich hievon zu verständigen oder verständigen zu lassen. Diese Verpflichtung betrifft den Schüler, sofern er eigenberechtigt ist.

8.1 Im Rahmen des § 47 Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes sind folgende Erziehungsmittel anzuwenden:
a.) bei positivem Verhalten des Schülers: Ermutigung, Anerkennung, Lob, Dank.
b.) bei Fehlverhalten des Schülers:

  • Aufforderung, Zurechtweisung,
  • Erteilung von Aufträgen zur nachträglichen Erfüllung versäumter Pflichten,
  • eventuell in der Freizeit, beratendes bzw. belehrendes Gespräch mit dem Schüler,
  • beratendes bzw. belehrendes Gespräch unter Beiziehung der Erziehungsberechtigten,
  • Verwarnung,
  • Versetzung in eine andere Klasse,
  • Androhung des Ausschlusses durch die Klassenkonferenz,
  • Ausschluss durch die Klassenkonferenz,
  • Kündigung des Aufnahmevertrages durch den Schulerhalter.

Die genannten Erziehungsmittel können vom Lehrer, vom Klassenvorstand, vom Schulleiter (in besonderen Fällen auch von der Schulbehörde erster Instanz) angewendet werden.

8.2 Erziehungsmaßnahmen sollen möglichst unmittelbar erfolgen und in einem sinnvollen Bezug zum Verhalten des Schülers stehen. Sie sollen dem Schüler einsichtig sein und eine die Erziehung des Schülers fördernde Wirkung haben.

9.1 Der Genuss alkoholischer Getränke ist den Schülern in der Schule, an sonstigen Unterrichtsorten und bei Schulveranstaltungen sowie schulbezogenen Veranstaltungen untersagt.

9.2 Das Rauchen ist den Schülern in der Schule, an sonstigen Unterrichtsorten und bei Schulveranstaltungen sowie schulbezogenen Veranstaltungen untersagt. Soweit jugendschutzgesetzliche Bestimmungen und das Tabakgesetz, BGBL. Nr. 431/1995, in seiner jeweils geltenden Fassung nicht entgegenstehen und es sich nicht um allgemeinbildende Pflichtschulen handelt, kann die Hausordnung das Rauchen den Schülern in genau zu bestimmenden Teilen der Schulliegenschaft gestatten. Die Raucherlaubnis kann sich auch auf Schulveranstaltungen und schulbezogene Veranstaltungen beziehen, nicht jedoch auf Räume, in denen Schüler untergebracht sind. Das Rauchen ist den Schülern ab dem 16. Lebensjahr nur im Pausenhof beim Sportplatz gestattet.

9.3 Das Tragen, Verteilen, Verkaufen und der Genuss von Drogen und Suchtgiften ist allen Schülern unserer Anstalt verboten.

9.4 Die Benützung von Klassenräumen für die Veranstaltung des Schülerparlamentes oder sonstiger Interessensgruppen bedarf der Genehmigung durch den Direktor.

9.5 Die Werbung für politische Parteien ist innerhalb der Schule untersagt. Jede Form schulfremder Werbung bedarf der Zustimmung des Direktors bzw. des Schulerhalters.

9.6 Schülern ist die Zufahrt zum Schulgelände mit dem eigenen PKW nicht gestattet.

10. Die Erziehungsberechtigen haben jede Änderung ihrer Wohnadresse, gegebenenfalls der eigenen Wohnadresse des Schülers, einen Übergang des Erziehungsrechtes an andere Personen sowie sonstige Veränderungen, die den Schüler betreffen und für die Schule bedeutsam sind, unverzüglich zu melden. Sofern der Schüler eigenberechtigt ist, trifft ihn die Meldepflicht hinsichtlich der Änderung seiner Wohnadresse und der wesentlichen seine Person betreffenden Angaben. Zusätzlich zur Wohnadresse ist die Nummer des eigenen Telefons anzugeben.

11. Jeder Schüler ist verpflichtet, die Bestrebungen des Schulerhalters zu unterstützen und die demokratischen Einrichtungen der Schule (Schülerparlament, Elternverein, Schulgemeinschaftsausschuss) zu fördern.

12. Die Eltern und Schüler verpflichten sich, den Charakter des Stiftsgymnasiums als einer katholischen Privatschule zu respektieren und alles zu tun, was ihre Einordnung in die Schulgemeinschaft und die Erreichung der Erziehungs- und Unterrichtsziele fördert.

St. Paul, am 14. Juni 2005

Für den Schulerhalter: Abt Dr. Heinrich Ferenczy OSB
Für das Stiftsgymnasium: HR Dir. Mag. P. Paulus Kaimbacher OSB
Für den Schulgemeinschaftsausschuss:

  • Roswitha Kautzky
  • Elisabeth Hutter
  • DI Josef Müller
  • OStR Prof. Mag. Dr. Clemens Weber
  • Mag. Eduard Maltschnig
  • Prof. Mag. Herta Schneider
  • Marija Paponjak
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