Märchenwettbewerb

„Niemand darf benachteiligt werden, nur weil er anders ist“

Ursula Karnberger gewinnt Märchenwettbewerb

Erster Platz für Ursula Karnberger! Mit großer Freude konnte Ursula Karnberger, Schülerin der 2.C Klasse des Stiftsgymnasiums St. Paul, am 18. November 2005 die Siegerurkunde sowie –pokal eines Märchenwettbewerbs entgegen nehmen. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Kärnten hatte einen Märchenwettbewerb zum Thema „Kinderrechte – Alle Kinder sind gleich, es gibt keine gleicheren“ ausgeschrieben.

Unter Anwesenheit der Soziallandesrätin und stellvertretenden Landeshauptfrau Dr. Gaby Schaunig-Kandut, der amtsführenden Präsidentin des Landesschulrates für Kärnten, Dr. Claudia Egger, und weiteren hochrangigen Gästen bekam die Siegerin von Mag. Astrid Liebhauser (Kärntner Kinder- und Jugendanwältin) ihren verdienten Pokal sowie eine Siegerurkunde überreicht. Als weiteres „Zuckerl“ für ihr Märchen bekam Ursula Karnberger einen Kärntner Skipass überreicht. Die Feier wurde von der schwungvollen Jazz-Band des BORG Viktring umrahmt.


Mag. Astrid Liebhauser und Ursula Karnberger bei der Siegerehrung

Die 11-jährige Ursula Karnberger setzt sich in ihrem Märchen mit der Einzigartigkeit jedes einzelnen Lebewesens auseinander. Ihr Titel: „Niemand darf benachteiligt werden, nur weil er anders ist!“
Die Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Kärnten (KIJA) hat mit diesem Wettbewerb, der nach Altersstufen getrennt war, einen wichtigen Anreiz geschaffen, sich mit dem Thema Menschenrechtsbildung in der Schule auseinander zu setzen. Derzeit befinden wir uns in der so genannten „UN-Dekade für Menschenrechte“; das heißt, dass das laufende Jahrzehnt der Verbreitung von Menschenrechten gewidmet ist.
Kinder und Jugendliche wurden von der KIJA zum Tag der Kinderrechte eingeladen, aktiv an der Ausgestaltung ihrer demokratischen Zukunft mitzuwirken. Als ein Teil der Mitwirkung wurde der Märchenwettbewerb ausgeschrieben. Die 2. C Klasse des Stiftsgymnasiums nahm auf Anregung der Deutsch-Professorin Mag. Helmtraud Weber am Wettbewerb teil. Umso mehr freut sich die ganze Klasse über den großartigen Erfolg!

Nähere Informationen unter www.kija.at   //   Weitere Fotos von der Siegerehrung finden sich hier.

Weitere Themen des Märchenwettbewerbs waren:

Besondere Gratulation von Seiten des Stiftsgymnasiums, vor allem ihrer Mitschüler/Innen sowie der Deutsch-Professorin Mag. Helmtraud Weber, an die Nachwuchs-Schriftstellerin Ursula Karnberger!


Prof. Mag. Helmtraud Weber mit der glücklichen Ursula Karnberger im Klassenzimmer

Niemand darf benachteiligt werden, weil er anders ist oder STUMMEL und seine Hasenmama

Es war einmal eine Hasenmutter. Mutterhase ging vor ihren Bau und ihr kleiner Sohn Stummel folgte ihr schüchtern. Stummel war erst zwei Wochen alt und  ein aufgeweckter kleiner Hase. Stummel hatte besonders kurze Ohren, was aber der Mutter sehr nützlich war, denn so konnte sie ihn schon aus großer Entfernung von den anderen Hasen unterscheiden. Eines Tages, als sie wieder einmal vor ihrem Bau saßen, kam eine Hasenoma vorbei und sprach Mutterhase auf ihren Sohn Stummel an. „Wo ist denn dein kleiner Hase?“, fragte die Hasenoma. „Er spielt hinter der Hecke!“, antwortete die Hasenmutter. Die Hasenoma ging um die Hecke herum und sah Stummel. „Dein Stummel hat aber sehr kurze Ohren!“, sagte die Hasenoma. Die Hasenmutter antwortete leise: „ Ja, ich weiß, aber es ist doch ein schönes Kind, nicht wahr?“ Die ältere Häsin antwortete kühl: „ Ja, er ist ganz nett, obwohl seine Ohren.... Na ja, er wird die kleinen Ohren wohl eher behalten! Meine Kinder hättest du sehen sollen, als sie noch klein waren! Eines  schöner als das  andere!“ Darauf die Hasenmutter: „Ich könnte mir Stummel mit langen Ohren nicht vorstellen. Ich finde ihn jedenfalls so am schönsten!“ Die Alte schaute sie schräg an und sagte: „Na ja, bei einem Buben brauchen die Ohren ja nicht so perfekt zu sein... Obwohl – es ist ein Schönheitsfehler, das musst du zugeben! Und meine Kinder – auch die Buben – hatten perfekte Ohren!!! Das ist bei Hasen wohl das Wichtigste!“ Die alte Häsin verabschiedete sich und zog weiter ihres Weges. Stummel kam traurig hinter der Hecke hervor. Die Hasenmama fragte: „Aber mein Stummel, was hast du?“ Stummel antwortete traurig: „Meine Ohren sind viel zu kurz, nicht wahr?“ Die Hasenmama antwortete: „Stummel, das stimmt nicht! Deine Ohren sind genau richtig, und ich mag dich so, wie du bist!“ Da begann Stummel zu hüpfen und zu singen: „Ich bin Stummel, Stummel, Stummel, und sind auch meine Ohren kurz, so ist das meiner Mama schnurz!“ Seine Mama aber freute sich, weil ihr Hasensöhnlein wieder fröhlich war, und sagte: „Und wenn es vielleicht immer einige miesepetrige alte Hasen geben wird, denen die Ohren der anderen gar nicht lang genug sein können, so möchte ich dir doch eines sagen: „Ich, deine Mutter, werde dich immer lieb haben, und zwar nicht, obwohl du so kurze Ohren hast, sondern gerade weil deine Ohren so kurz sind. Deine kurzen Ohren verweisen mich auf deine Einzigartigkeit. Ein Hase mit langen Ohren kann ja schließlich ein jeder sein!“ Stummel, der die Worte seiner Mutter nicht ganz verstanden hatte, hörte nur heraus, dass seine Mutter ihn lieb hatte, und es war ihm recht so. Und so war die Hasenwelt für dieses Mal wieder in Ordnung. Und wenn sie nicht gestorben sind....
 


Ehrenurkunde für die Teilnahme am Wettbewerb für die gesamte 2.c und ihre Deutschprofessorin Mag. Helmtraud Weber

 

Text: Prof. Mag. Helmtraud Weber
Fotos: Homepage des KIJA-Kärnten

PS.: noch ein Foto von der Preisverleihung

©PetGu