Rezensionen für das Österreichische Bibliothekswerk: Ein Projekt mit Mehrwert
Im Deutschunterricht des Stiftsgymnasiums St. Paul im Lavanttal stand in den vergangenen Wochen ein besonderes Projekt im Mittelpunkt. Die Schüler:innen der Klasse 6a setzten sich intensiv mit neu erschienenen Büchern auseinander und verfassten eigene Rezensionen für das Österreichische Bibliothekswerk. Ziel war es, Lesekompetenz, Urteilsfähigkeit und Schreibfertigkeiten gleichermaßen zu fördern – und gleichzeitig einen praktischen Beitrag für die Arbeit von Bibliothekar:innen zu leisten.
Nach dem Erhalt von Büchern unterschiedlicher Genres und Aufmachung durch das Österreichische Bibliothekswerk entschieden sich die Jugendlichen in Partnerarbeit für eines der Werke. Der Andrang um die Bücher war sehr groß, da manche sehr besonders und ansprechend gestaltet sind und den Schüler:innen sofort ins Auge stachen. Nachdem sich jede Gruppe für ein Werk entschieden hatte, ging es ans Lesen. Jedes Team las ihr Werk, vermerkte sich Besonderheiten und verfasste dann gemeinsam die Rezension. Bei den Rezensionen wurde darauf Wert gelegt, dass die Schüler:innen eine kurze Inhaltsangabe, verfassten, eine sprachliche und formale Analyse und eine begründete Bewertung darlegten sowie eine Empfehlung für bestimmte Lesergruppen abgaben. So entstanden in mehreren Schreibphasen, sowohl in der Schule als auch zu Hause, differenzierte Texte, die in einer abschließenden Präsentation den anderen Schüler:innen der Klasse vorgestellt wurden – damit jede:r einen Einblick in den Bücherbestand der Klasse erhielt. Die erhaltenen Bücher wurden der Klasse durch das Bibliothekswerk kostenlos zur Verfügung gestellt und konnten nach Abschluss des Projekts an die Schulbibliothek übergeben werden.
Die Ergebnisse dieses Projekts zeigen eindrucksvoll, wie kritisch und kreativ sich die Schüler:innen mit Literatur auseinandersetzen können. Von spannenden Jugendromanen über Autobiografien bis hin zu Mangas deckten die Rezensionen ein breites Spektrum ab. Besonders wertvoll und erwähnenswert ist, dass die Texte nicht nur für den Unterricht geschrieben wurden, sondern tatsächlich einen weiteren Nutzen haben. Dadurch erhielten die Jugendlichen eine authentische Schreibsituation und konnten erleben, dass ihre Arbeit Wirkung zeigt.
Insgesamt stärkte das Projekt nicht nur die Schreibkompetenz, sondern weckte auch die Freude am Lesen und am Austausch über Literatur. Die entstandenen Rezensionen bieten künftig den Bibliothekar:innen und Leser:innen Orientierung sowie machen neugierig auf die neuesten Bücher. Schließlich kann gesagt werden, dass diese Arbeit ein gelungenes Beispiel dafür ist, wie Unterricht und Praxis sinnvoll miteinander verbunden werden können.
Text und Bilder: Julia Dullnigg BEd MEd













